Das Leben eines Pazifisten transfere article  » Dominique Richert sprechen « 

Ulrich RICHERT 

Das Leben eines Pazifisten

Mein gröstes Bedauern ist dass Dominique, unschuldiges Opfer des Europäischen Militarismus. Welcher in die Hölle dieses Krieges eingezogen wurde, nicht am Erscheinen seines Buches und an seinen Nachwirkungen beiwohnen konnter.
Es ist mir nicht einfach von meinem Vater zu schprechen. Umso mehr dass ich einer schweren Mundoperation unterworfen war, welche mir ein groses Teil von meiner Zunge kostete, und mich am Schprechen behindert.Um den Krieg meines Vaters, im zusammenhang mit dem Essass von l9l3 zu stellen, ist es nötig einen kurzen Rückblick auf die Geschichte und den Leideweg von unserer welche hin und her geschaukelt wurde, zu machen.

Durch den Staatsvertrag von Westphalien, unterzeichnet im Jahr l648, endete der dreisigjährige Krieg. Frankreich bekam das Elsass.Der Staatsvertrag von Frankfurt, unterzeichnet am lO Mai l87l beendete den l87O-7l ten Krieg. Frankreich musste das Elsass dem deutschen Reich abtreten.Das Elsass wurde wieder französisch durch den Staatsvertrag von Versailles, am II Herr Richert wurde am 4 Mai l893 in Saint-Ulrich geboren. Das Elsass war deutsch. Er besuchte die Dorfschule, geführt von einem Lehrer von überem Rhein. Er lernt die deutsche Geschichte: Karl der Grosse, Frédéric Barbarossa usw. Er schreibt in Gotisch (Sütterlin spitzschrift). Er schreibt in dieser Schrift seine Kriegsmemoiren. Das französische war verbannt.                  Er kann es nicht lesen und auch nicht schreiben. Er war einen sehr begabter Junge, geschatzt von seinem Lehrer. Am Ende seiner Schulzeit ging derselbe zu seinem Vater. Er wollte ihn überzeugen seinen Sohn weiter studieren zu lassen. Leider braucht die kleine Landwirtschaft junge Arbeitskräfte, die auch etwas Geld heimbringer könnten in den intermonaten.Dominique hat also mit seinem Vater gearbeitet. Zu dieser Zeit wurde die Bahnlinie des Largtals gebaut, von Dammerkirch bis nach Pfetterhausen und noch über die Schweizergrenze bis nach Bomfol. Um etwas Geld und Wohlstand in die Familie zu bringen, haben sich alle Männer von der arbeitsführenden Gesellschaft einstellen lassen. Mit l4 Jahre wurde Dominique als Laufjunge eingestellt. Er hat uns sehr oft die Geschichte seiner ersten Auszahlung geschildert. In einem Briefumschlag bekam er ein einziges Geldschtück von 2O Mark in Gold. So schnell er konnte ist er nach Hause gesprungen, indem er auf dem ganzen Weg seine Löhnung, in der Hosentasche fest in der Hand behielt. Welche Freude une welcher Stolz als er sie seinem Am folgenden Winter arbeitete er am Ballast, und an dem legen der Schienen. Aber bald war die Linie fahrbar, und die rentable Arbeit nahm ein Ende.Viele Italiener haben an der Arbeit mitgewirkt. Am 29 September l9lO wurde die Linie eingeweiht vom politischen Berater Schmitt, President der kaïserlichen Eisenbahn von Elsass- Lothringen.Viele bekannte Persönlichkeiten wurden eingeladen. Das grose zusammentreffen  fand stat am Bahnhof von Dammerkirch. Alle Arbeiter waren anwesend für den grosen Herr zu bewundern.Vater wollte auch diese Gelegenheit nicht verfehlen. Sein italienischen Kamerad hat ihn zurückgehalten. Der hat ihm gesagt « Is, (gefolgt von einem Fluch) eine Mann wie na Andere, Stell dir ihn vor im Adamskleid. Du würdes sehen dass er seinen ganzen Einfluss verliert. Er ist sicher nicht so kräftig und so gut gebaut als wir zwaï.

Von diesem Tag an hat sich Vater nicht mehr beeindrucken lassen von einem schönen Anzug oder einer Uniform. Er hat sich, den vor ihm schtehenden Vorgesetzten immer im nackten Zuschtand vorgestellt, das nahm ihm einen grossen Teil von senem Aussehen, Einfluss und In den kommenden Winter war Nickel tätig ils Holzfäller oder Grundarbeiter, für eine jämmerliche belöhnung. In unserer Gegend war die arbeitsgelegenheit selten, und die tapferen Vater vurde am l6.lO.l9l3 zum Wehrdienst in das deutsche Heer eingerufen. Zum ll2 infanterie Regiment, Caserne Lefèvre in Mülhausen. Der Krieg hat ihn erwischt während seiner aktieven Dienstzeit.

Während den Kämpfen bei Mülhausen, welsche die Deutschen geliefert haben, um die Offensieve des franzosischen General Pau zu stoppen, hat Vater die Feuertaufe bekommen. Sein Regiment hatte den Befehl den Habsheimer Flugplatz zu stürmen, Rixheim une Habsheim zu errobern, sovie der nahe gelegene Weinberg. Sein Vetter Auguste Richert, der bekannte künftige General. Grosser Führer der Fremdenlegion in welcher er ins besondere den weissen Kepi eingeführt, hat kämpfte auf französischer Seite, als Capitaine d'Etat Major (Capitaine des Generalstabes) Die zwaï Verwandten standen sich, bei dieser Gelegenheit Unser unheroïsche Krieger war genötigt während vier Jahren auf allen Fronten zu kämpfen. 

Westfront, Lothringen Nord Frankreich, Loretto Höhe, Karpaten, Polen, Nord Russland, Liwland, Lettland. Zurück an die Westfront wo er an der letzten deutschen Offensieve, in dem Gebiet von Villers-Bretonneux teilnahm.Seine Kompanie wurde mehr mals vernichtet und von Reservisten wieder herrgeschtellt und ging weiter in den Kampf. Im Januar l9l5 blieben im ganzen noch fünf Mann die den ganzen Feldzug mitgemacht hatten übrig. Dazu kommen noch mehrere huntert Tote von den In der Nacht vom 23 bis 24 Juli l9l8 ist Dominique zu den Franzosen übergeloffen.

Nach seiner Rückehr in die Heimat, nach 5 I/2 Jahre Abwesenheit. Die Augen noch voll von allem Grausen das er erleben musste hat Vater, um sich von all dem Unmenschlichen erlebten befreien zu können seine Kriegsmemoiren verrewigt. Er hat neun Hefte vollgeschrieben. Fast ohne Schrafierung, noch verbesserung. Dominique wuste was er schreiben wollte. Der Krieg hat ihn trotz dem nie verlassen.

     Eine Zeit lang, in meiner jugend, haben die Hefte in einer Schublade verweilt, bevor sie verschwanden. Sie wurden in den Jahren l958 von mir, auf der Bühne, wiedergefunden. Eines der Hefte war, zum grosen Teil, von den Maüsen aufgeknappert worden Nach langem Drängen hat der alte Frontkämpfer einige Seiten wiedergeschrieben. Ein Bindeschtrich zwischen dem vorgehenden Heft und dem Nachkommenden.

          Claude Faffa, junger Ekonomie Doktor. Freund der Familie und insbesondere von Vater, kam zu uns bei jedem Durchgang. Er freüte sich immer, ein Moment sich mit Nickel zu unterhalten. Der Krieg kam immer in ihr Geschpräch. Vater hat ihm die Hefte anvertraut. Claude war der Erste der dieses Dokument für seinen richtigen Wert betrachtete. Er hat es, mit dem Kompiuter, in Druckschrift abgeschrieben überzeügt dass Dominiques Krieg Leser benötigte. Er hat leider, in den Jahren l96O keinen Verleger gefunden der sich an dem Dokument interessierer könnte. Der zwaïte Weltkrieg war noch zu nahe in den Gedächtnissen.

        Heinrich Boll, Litterarer Nobelpreiss, welcher ein exemplar des Dokument bekam, hat es den Militärarchieven der R.A.F. In Freiburg übergeben. Dort fanden es zwaï Berliener. Berndt Ulrich und Angelika Tramitz. Historiker une Journalisten. Begeistert fanden sie, nach langem Suchen, die Söhne von Herr Richert. Sie machten Nachforschungen in den Archiven des ll2 ten Infanterie Regiment, und haben da entdeckt dass alles dieser Geschichte der Wahrheit entschpricht. Daten, Orte, Kameraden, Kämpfe. So wie das Schiksal eines Jeden usw. Sie haben einen Verleger gefunden, « Von dem Knesebeck und Schuler » in München. Er hat das Buch gedruckt und hat es in den Verkauf gebracht. Der Verlag machte leider Bankrot, so dass das Buch nicht nachgedruckt wurde, obwohl viele Leser es verlangten Das Werk erzält, auf ergreïfender Weïse, einfach und deutlich, Vaters Kriegsabenteüre. Es schildert bündig das jeden Tag wiederholte Grauen. Das wiedersinnige Gemetzel, der Hunger, die Durst, die Kälte, die Angst, der Regen, der Schlamm, der Schnee, das schreïen der Verwundeten, das Blut, die Glieder auseinander gerissen, der Hass gegen die Vorgesetzten uns der Verantwortigen dieser Abschlachtung. Die wiedersinige und entwürtigende 

Befehle, die Selbstverschtümlungen, die ständigen Erniedrigungen. Es zeigt derMensch in nbeschreiblichen und unmenschlichen Umständen, ohne dass der Autor seine Humanität verliert. Er behaltet unantastbar die fähigkeït der Urteilskraft. Aber auch seine humäne Wärme. Sein Interessen, sein Mitleid, sein Mitgefühl. Der Autor hat sich immer gegen, die Roheit wiedergesetzt. Er hat versucht, in der Möglichkeit seiner schwachen Mittels, denen die noch unglücklicher warer als er, oder Jene die sich nicht zu helfen wussten, zur Hilfe zu Sein Verhalten hat ihm erlaubt das zu schreiben was Milionen nicht getraut haben. 

Auszudrücken die Angst, die Verzweiflung, den Wiederwille, und der Wunsch aus dieser Verhängnissvoller und angeblich héroïstischer Existens zu entkommen.

Der Wunsch von Vater wurde zur Realität. Er hat sein Dorf wieder gefunden. Hat sich verheiraten mit der Tochter des Müllers. Zwaï kinder sind geboren.

Das Ehepaar bewirtschaftete ein kleines Bauerngut.

Bemerken wir noch dass Vater, in den gegengelegenen Schützengräben keine Feinde sah, sondern « Arme Teufel – Unglückliche Familienväter die eine andere Uniform tragen als wie er. Er ist ohne hin den sozusagen feindlichen Verwundeten beigeschtanden als wie den Deutschen. Er wusste dass Alle dieselbe Angst empfanden wie er. Dass alle nach Hause gehen möchten um ihre Arbeit wieder zu übernehmen, anstatt morden oder gemordet werden in dieser gemeinsamen Schlächterei

Die verhängnissvolle Hand des l939-45 Krieges hat ihn abermals erwischt. Er ist, mit unserer Mutter anfangs Februar l943 von den Nazis deportiert worden. Er hat es nicht übers Herz bringen können dass seine zwaï Söhne das gleiche Schicksal erleben würden. Er hat sie veranlasst zu fliehen um sich der obligatorischen Einziehung in die Wehrmacht zu entziehen. Unsere Eltern sind im Maï l945 heimgekehrt. Sie blieben für immer gebrochen.

Dominique ist am l8 Mai l877 in Saint-Ulrich gestorben, Er war 84 ahre alt. Er ruht im Schatten des kirchturm seines Dorfes.Grossmutter hat, oberhab des Dorfes, ein Kreüz errichten lassen, gemäs Ihres Gelöbnis. Sie hatte es versprochen dass Wenn alle Lieben nach dem Krieg, bewahrt zurückkommen sie es ater war ein von Grundauf guter Mensch. Er war der Freünd aller Lebenwesen. 

Insbesondere der Kinder. Er erzälte ihnen Geschichte, interessierte sie an der Schönheit der An einem schönen blühenden Schtrauch. An einer schönen, Landschaft. Er war kein Bastler, aber wenn ihre Tretroller quietschten gingen sie nicht zu ihrem Vater, sondern zu ihrem Freünd Nickel der sie schmierte.

Die Häslichsten Hunde, des Dorfes hielten mit Belle auf und haben sich ihm unterworfen. Für einen Jeden hatte er ein gutes Wort, ein Schtreicheln Sein Vieh hatte ein schönes Leben. Es bekam so viel Schtreicheleïen als das von den Vater, trotz seines Mutes hat sich nie bereichern können. Es fehlte ihm den Bauernschlauen Instinkt und ihre Gerissenheit. Er war ein Traümer, ein Bauernpoet. Der Krieg hat ihm den Unternehmungsgeist genmmen. Er dachte immer, « so schlecht wie es mir im Krieg ging, kann es mir auf keinen Fall gehen.

Er hatte grosse Freude Ausflüge zu machen. Andere Länder zu sehen, neue Weiten, neue Landschaften. Ich habe ihn mehr mals, jedes Jahr zu einem Ausflug mitgenommen. In die Vogesen, die nahe gelegene Schweiz, Berner Oberland, nach Deutschland oder Frankreich. Ich höre immer noch seine Freudenrufe, seine Extase und Verblendung bei einer schönen Aussicht, oder sonstige Sehenswürdigkeiten. 

Vater hatte noch viele andere Begabungen. So wie er die Erregung durch sein Schreiben provozierte, war er ein ausergewöhnlicher Erzähler. Jeden Sonntag Nachmittag traf er seine Kolegen am Schtammtisch eines Gasthauses in Mertzen. Es waren alte Frontkämpfer aber auch Jüngere dabei die den Krieg nicht mitgemacht hatten. Wenn er seinen Krieg erzälte oder wenn das Gespräch auf die Politick oder auf sonst ein anderes Thema abweichte haben alle zugerhört denn seine Urteilskraft war immer bedacht und seine voraussagungen bestätigten Ausserdem hatte er eine Begabung für das Zeïchen und Malen. Im Augenumdrehen konnte er eine Schlacht malen oder irgend eine andere Kriegszäne, so wahrhaftig treu dass man glauben konnte man wäre dabeï. Er benutzte eine Schachtel Schülerfarben da er nichts anderes zu 

Er besas eine ausserst schöne Schtimme Er sang während 5O Jahre im Kirchenchor. War jede Woche bei der übung anwesend.

Er besas ein ausergewöhnliches Gedächtniss. Da er die Schule mit l3 Jahre verlies war sein Gehirn nicht vollgestopft. Es blieb also einen grosen Platz freï als er sene Kriegsmesoiren schrieb. Trotz all den Sorgen der Angst und alle Unheile hielt er immer die Augen offen und memosierte alles was ihm begegnete. Wie er sich so gut an alle Daten, Namen der Ortschaften, bis an die Namen der kleinsten Dörfer in der Karpaten errinerte bleïbt ein 

Er war überzeugt dass er als Soldat des ersten modernen Mordes des 2O ten Jahrhundert, immer auf der Seite der Verlierer stand. Bei Jenen welche verurteilt waren zu sterben. Er übermittelt die universale Wahrheit eines Mannes der in einer unmenschlichen Situation stand, aber der immer den universalen Auforderungen bezüglich der menschlichen Würde Er hätte sein machen können der Sinnschpruch des braven Soldaten Schweik « der nämlich glaubte an Gott, der die Flinten wachsen lies, aber auch das Korn in das man sie wirft.!

Das Buch Tittel « Beste Gelegenheit zum sterben, wurde im Jahr l989 in Deutschland veröffentlicht. Es verursachte einen Treffer. Die grosse deutsche und schweizerische Presse haben es gelobt, sowie auch die englische Times Litterari.Der Bayerische Rundfunk hat einen Film gedreht darüber.Das Buch wurde ausgewählt als Stütze im Ramen eines Kolloquium in der Rundschau « Deutsche Wellen » Im Ramen des Nationalen Trauertags am l8 November l99O.

Die Norddeutsche Rundschau hat ihm auch im Jahre l99O eine Sendung gewidmet Mein Schwiegersohn hat die Übersetzung auf französisch übernommen. Der Verleger « Editions de la Nuée bleue » in Strasbourg hat es im Jahr l994 herausgebracht unter dem Tittel « Les cahiers d'un survivant »

Ich habe die Fortsetzung des Buches geschrieben. Die Geschichte meiner 23 Frühlingjahren. Es bekam der Tittel « Retour au Sundgau » « R ückkehr in den Sundgau ». »Ich war während l5 Jahren, bis am vergangenem Februar « President des Sundgaupoeten Verraïnes. In einem gewissen Alter muss man sich zurückziehen können.Ich habe mehrere hundert Poesien geschrieben, auf französisch aber auch auf unser Habe auch 55 « Fables von La Fontaine » übersetzt auf unser Dialekt.Sie klingen ganz schön in des Sundgau etwas rauhen reden. Mein neuer Verleger ist interresiert an ihrer Auch andere Poesien von bekannten franzosischen Poeten so wie Verlaine, Théophile Gautier, Beaudelaire, Victor Hugo habe ich übersetzt

Mein zweïtes Buch « Incorporés de Force » wurde Ende November veröffentlicht Ich arbeite gegenwärtig an einem Buch über den Stammbaum unserer Familie. Es schreibt vo meinen Ahnen ab l63O. Die Daten Geburt, heirat, tot, stimmen. Ihre Aktionen dagegen, übertragen in ihre Lebenszeit, beruhen ausschlieslich aus meiner Phantasie. Ich sehe den Titel vor « Généalogie et Histoire ». Das Buch wurde im Laufe 2OO5 veröffentlicht.

Laisser un commentaire