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Un monument aux déserteurs  Ein Denkmal für Deserteure

Das Kriegstagebuch des Dominik Richert:Ein Denkmal für Deserteure

Von Volker Ullrich

An den langen Winterabenden nach 1918 schrieb Dominik Richert, ein Bauer aus dem kleinen elsässischen Dorf St. Ulrich, auf, was er als deutscher Soldat im Ersten Weltkrieg erlebt hatte – acht Quarthefte voll, in gestochen scharfer Sütterlinschrift. Sie wanderten irgendwann in eine Schublade auf dem Dachboden des Hauses. Zufällig wurden sie hier Jahrzehnte später, Anfang der sechziger Jahre, von einem Freund der Familie, einem jungen französischen Studenten, entdeckt. Er machte sich die Mühe, die altertümliche deutsche Handschrift in Maschinenschrift zu übertragen.

Doch die Suche nach einem Verlag blieb erfolglos; die Abschrift gelangte über Umwege ins Bundesarchiv-Militärarchiv nach Freiburg. Hier wäre sie vermutlich endgültig der Vergessenheit anheimgefallen, wenn nicht der junge Berliner Historiker Bernd Ulrich Mitte der achtziger Jahre, wiederum eher zufällig, auf das 300 Seiten starke Konvolut gestoßen wäre und sich – gemeinsam mit der Journalistin Angelika Tramitz – nach intensiven Recherchen nach der Herkunft des Manuskripts und seines Verfassers zu einer Publikation entschlossen hätte. Und glücklicherweise fand sich diesmal auch ein Verlag, der den Wert dieser Entdeckung zu schätzen wußte.

Die Kriegserinnerungen des Dominik Richert sind eine ungewöhnliche historische Quelle, und zwar nicht nur deshalb, weil sich hier ein einfacher Soldat als außerordentlich genauer und sprachmächtiger Berichterstatter erweist, sondern mehr noch dadurch, daß der Autor, im Unterschied zu den meisten seiner Leidensgefährten, die nach 1918 zur Feder griffen, konsequent darauf verzichtete, dem als sinnlos erlebten Kampf nachträglich irgendeinen Sinn abzugewinnen. Seine Herkunft aus dem Grenzland Elsaß, in dem der Haß auf den preußischen Militarismus gerade noch durch die Zabern-Affäre 1913 neue Nahrung erhalten hatte, machte Dominik Richert immun gegen den Hurrapatriotismus, wie er besonders bei Ausbruch des Krieges Anfang August 1914 grassierte. Den Begeisterungstaumel seiner Kameraden aus dem 112. badischen Infanterieregiment, das in der Garnisonstadt Mühlhausen stationiert war, kommentiert er mit dürren Worten: „Mir war es absolut nicht ums Singen, denn sofort dachte ich, daß man im Kriege nichts so gut wie totgeschossen werden kann. Das war eine äußerst unangenehme Aussicht.“

Dieses Wissen begleitete den unfreiwilligen Angehörigen einer ungeliebten Armee während des ganzen Krieges, der ihn zunächst in die Grenzkämpfe im Elsaß, danach, im Herbst 1914, an die im Stellungskrieg erstarrende Front in Flandern führte. Seit Januar 1915 nahm er an den Kämpfen in den Karpaten teil, seit Anfang 1916 lag er mit einer Maschinengewehr-Kompanie an der nordrussischen Front. Nach dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk im März 1918 wurde er mit seiner Einheit wieder an die Westfront verlegt, um hier die Kräfte für die letzte große Offensive des deutschen Heeres zu verstärken. Von zwei kurzen Urlauben und einem mehrmonatigen Lazarettaufenthalt abgesehen, war Dominik Richert also ununterbrochen „im Einsatz“. Über vier Jahre erfuhr er am eigenen Leibe, was es bedeutet, „nicht leben zu können, wie es einem Menschen zusteht“ – so seine fortwährende Klage, die wie ein Leitmotiv diese Kriegserinnerungen durchzieht.

In einer nüchternen, dennoch bild- und ausdrucksstarken Sprache schildert der Autor die Leiden und Strapazen der Soldaten im Ersten Weltkrieg, das Maulwurfsleben im Schützengraben, die Demütigungen und Schikanen durch Vorgesetzte, den unerbittlichen Wechsel von Angriff und Erholung, der den Rhythmus des Stellungskrieges diktierte, den ständigen Hunger, den massenhaften sinnlosen Kriegstod. Die großen Worte von „Kampfesmut“ und „Heldentod“ werden in diesem Buch als das kenntlich gemacht, was sie waren (und sind): hochtönende Phrasen, die spätestens durch die mörderische Wirklichkeit der Materialschlachten als solche entlarvt wurden. „Mut, Heldentum, ob es das wohl gibt? Ich will es wohl bezweifeln, denn im Feuer sah ich nichts als Angst, Bangen und Verzweiflung in jedem Gesicht geschrieben. Von-Mut, Tapferkeit und dergleichen überhaupt nichts; in Wirklichkeit ist’s doch nur die furchtbare Disziplin, der Zwang, der den Soldaten vorwärts und in den Tod treibt.“

Als Angehöriger einer Minderheit, die militärisch als besonders unzuverlässig galt und daher auch manchen Diskriminierungen ausgesetzt war, empfand Dominik Richert den Zwangscharakter der preußisch-deutschen Militärmaschine sicher stärker als zum Beispiel Kriegsfreiwillige, die im Bewußtsein in den Krieg zogen, das Vaterland verteidigen zu müssen. Doch auch bei diesen war, wie den Erinnerungen zu entnehmen ist, die Kriegsbegeisterung spätestens mit dem ersten Angriffsbefehl verraucht. „Mit einem Schlage war alles Lachen, aller Humor wie weggeblasen. Alle Gesichter hatten denselben ernsten, gespannten Ausdruck… Ich glaube nicht, daß einer an das Vaterland oder sonstigen patriotischen Schwindel dachte. Die Sorge um das eigene Leben drängte alles andere in den Hintergrund.“

Das Kriegstagebuch des Dominik Richert:Ein Denkmal für Deserteure

Seite 2/3

Bereits im Oktober 1914 – so berichtet der Erzähler – trieben Offiziere die Soldaten, die sich weigerten, erneut sinnlos gegen die englischen MG-Stellungen anzurennen, mit gezückten Pistolen aus den Gräben. Die vielbeschworene „Frontgemeinschaft“ entpuppt sich als ein Mythos – allerdings als ein sehr wirkungsvoller, durch den die Legende vom Dolchstoß der Heimat in den Rücken der kämpfenden Truppe nach 1918 überhaupt erst Glaubwürdigkeit erlangen konnte.

Immer wieder überrascht bei Lektüre dieser Erinnerungen, wie gegenwärtig die Kriegsereignisse dem Verfasser auch nach einigen Jahren noch waren. Sie müssen sich wie ein Film seinem Gedächtnis eingeprägt haben. Und genauso wie er die Bilder von Tod und Zerstörung in sich aufgenommen hat, werden sie wiedergegeben – mit vor Entsetzen geweiteten Augen: „Die Toten waren zum Teil entsetzlich anzusehen, teils lagen sie auf dem Gesicht, teils auf dem Rücken. Blut, verkrallte Hände, verglaste Augen, verzerrte Gesichter. Viele hielten die Gewehre krampfhaft in der Hand, andere hatten die Hände voll Erde oder Gras, das sie im Todeskampf ausgerissen hatten.“

Oder: „Neben einem Weidengebüsch sah ich einen toten Franzosen, der bereits in Verwesung übergegangen war. Die Stirne, welche von einem Granatsplitter aufgerissen war, schaute zum Wasser heraus und war mit Maden und Würmern bedeckt.“ – „Etwas rechts vor meiner Schießscharte lag ein deutscher Soldat auf dem Gesicht, den Kopf gegen mich. Der Helm war ihm beim Sturze vom Kopf gefallen, die Haut mit den Haaren war infolge der Fäulnis herabgerutscht, und die vom Regen und von der Sonne gebleichte Hirnschale war in der Größe einer Hand sichtbar. In der einen Hand hielt er noch das rostige Gewehr mit dem Bajonett, das Fleisch war bereits von den Fingern weggefault, und die Knöchel sahen hervor. Besonders des Nachts war es ganz unheimlich, den weißen Schädel vor mir zu sehen.“

Die Nahsicht auf furchtbar verstümmelte Verwundete und Tote, auf Skelette in Drahtverhauen und im Schlamm der Schützengräben versinkende Leichen erinnert an Photographien, wie sie etwa Ernst Friedrich in dem von ihm herausgegebenen Band „Krieg dem Kriege“ (1924) gesammelt hat. Dabei ging es Dominik Richert allerdings nicht nur darum, den Krieg zu entheroisieren, sein wahres Gesicht hinter aller vernebelnden patriotischen Phraseologie zu enthüllen, sondern zugleich um eine psychische Verarbeitung der eigenen Kriegserlebnisse. Manches spricht für die Annahme, daß er sich von den bedrängend nahen, ihn peinigenden Erinnerungen zu befreien suchte, indem er sich zwang, sie möglichst detailgetreu und ungeschönt niederzuschreiben.

Wahrscheinlich konnte der Autor seine Kriegserinnerungen nur so verarbeiten, weil er selbst im Kriege seine humane Orientierung nicht verloren hatte. Inmitten der allgemeinen Verrohung und Brutalisierung, die das Leben unter den Bedingungen des Schützengrabens mit sich brachte, bewahrte er sich auf eine einfache Art seine Menschlichkeit. So half er verwundeten Franzosen, rettete wehrlose Gefangene vor Erschießung durch Kameraden, denen schon nach wenigen Wochen Krieg jede Tötungshemmung abhanden gekommen war. Die Soldaten der Gegenseite waren für Dominik Richert keine Feinde, die man vernichten mußte, sondern „arme Menschen“, „bedauernswerte Familienväter“. Nicht ihnen galt sein Haß, sondern den hohen Offizieren, die offensichtlich Spaß am blutigen Geschäft fanden, von Entbehrungen und Opfern redeten und selbst wohlgenährt in der sicheren Etappe, weitab von der Front, saßen.

Dominik Richert wollte nicht töten, aber auch nicht getötet werden – im Krieg ein kaum auflösbares Dilemma. Nicht ohne eine Spur Schwejkscher Verschmitztheit schildert er die Strategien, mit denen er seine Überlebenschancen zu verbessern suchte, etwa indem er sich bei einem Angriff in die Büsche schlug oder sich scheinbar unabsichtlich für ein paar Tage von der Truppe entfernte. Dennoch geriet er immer wieder in lebensbedrohliche Situationen – einmal durchschlägt ein Granatsplitter seinen Gewehrkolben, ein anderes Mal streift eine Kugel den Stahlhelm. Bereits im November 1914, nach dem furchtbaren Stellungskrieg in Flandern, ist seine Kompanie auf ganze 24 Mann zusammengeschmolzen; im März 1918 bleiben von den Angehörigen seiner Minenwerferkompanie noch vier übrig. „Ich glaubte, auch mein letztes Stündlein habe geschlagen“, lesen wir immer wieder in diesem Bericht eines Überlebenden, der mehrfach wie durch ein Wunder dem Tod entrann.

Im Juli 1918 entschloß sich Dominik Richert, endlich wahr zu machen, womit er schon kurz nach Kriegsausbruch geliebäugelt hatte: Er lief zu den Franzosen über – einer der Soldaten, die im Kriege „Fahnenflucht“ begingen, in den Augen der preußisch-deutschen Militärjustiz ein besonders verabscheuungswürdiges Verbrechen. Bis heute werden Deserteure in weiten Kreisen der Öffentlichkeit als Feiglinge und Drückeberger betrachtet. Aber vielleicht sollten wir uns angewöhnen, sie endlich mit anderen Augen zu sehen. Mit seinen ganz und gar unheroischen Kriegserinnerungen hat Dominik Richert nicht nur sich selbst, sondern auch den vielen anderen namenlosen deutschen Deserteuren ein Denkmal gesetzt.

Das Kriegstagebuch des Dominik Richert:Ein Denkmal für Deserteure

Seite 3/3

  • Dominik Richert:

Beste Gelegenheit zum Sterben.

Meine Erlebnisse im Kriege 1914–1918

herausgegeben von Angelika Tramitz und Bernd Ulrich; Verlag Knesebeck & Schuler, München 1989; 414 S., 42,– DM

 

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http://www.zeit.de/1989/44/ein-denkmal-fuer-deserteure

Traduction 

An den langen Winterabenden nach 1918 schrieb Dominik Richert, ein Bauer aus dem kleinen elsässischen Dorf St. Ulrich, auf, was er als deutscher Soldat im Ersten Weltkrieg erlebt hatte – acht Quarthefte voll, in gestochen scharfer Sütterlinschrift. Sie wanderten irgendwann in eine Schublade auf dem Dachboden des Hauses. Pendant les longues soirées d'hiver après 1918 Dominik Richert écrivit, un fermier du petit village alsacien de St Ulrich, sur ce qu'il avait vécu comme un soldat allemand dans la Première Guerre mondiale – huit livrets de quart plein, rasoir Sütterlinschrift pointu. Ils ont émigré autrefois dans un tiroir dans le grenier de la maison.

Zufällig wurden sie hier Jahrzehnte später, Anfang der sechziger Jahre, von einem Freund der Familie, einem jungen französischen Studenten, entdeckt. Er machte sich die Mühe, die altertümliche deutsche Handschrift in Maschinenschrift zu übertragen.

Doch die Suche nach einem Verlag blieb erfolglos; die Abschrift gelangte über Umwege ins Bundesarchiv-Militärarchiv nach Freiburg

Par coïncidence, ils étaient ici décennies plus tard, par un ami de la famille, une jeune étudiante française découvert début des années soixante. Il a pris la peine de transférer l'ancien manuscrit allemand dactylographiée.

Mais trouver un éditeur a échoué; la copie pour finalement arriver dans Federal-Militärarchiv à Fribourg

Hier wäre sie vermutlich endgültig der Vergessenheit anheimgefallen, wenn nicht der junge Berliner Historiker Bernd Ulrich Mitte der achtziger Jahre, wiederum eher zufällig, auf das 300 Seiten starke Konvolut gestoßen wäre und sich – gemeinsam mit der Journalistin Angelika Tramitz – nach intensiven Recherchen nach der Herkunft des Manuskripts und seines Verfassers zu einer Publikation entschlossen hätte. Und glücklicherweise fand sich diesmal auch ein Verlag, der den Wert dieser Entdeckung zu schätzen wußte. Ici, ils seraient probablement finalement tombé dans l'oubli, sinon le jeune historien Berlin Bernd Ulrich milieu des années quatre-vingt, encore une fois par hasard, auraient rencontré les 300 pages de compilation et – en même temps que le journaliste Angelika Tramitz – après des recherches intensives sur l'origine avait décidé le manuscrit et son auteur à une publication. Et heureusement trouvé cette fois un éditeur qui a su apprécier la valeur de cette découverte.
Die Kriegserinnerungen des Dominik Richert sind eine ungewöhnliche historische Quelle, und zwar nicht nur deshalb, weil sich hier ein einfacher Soldat als außerordentlich genauer und sprachmächtiger Berichterstatter erweist, sondern mehr noch dadurch, daß der Autor, im Unterschied zu den meisten seiner Leidensgefährten, die nach 1918 zur Feder griffen, konsequent darauf verzichtete, dem als sinnlos erlebten Kampf nachträglich irgendeinen Sinn abzugewinnen Les mémoires de Dominik Richert de guerre sont une source historique inhabituelle, non seulement parce que le prouve ici un simple soldat d'être extrêmement précis et parlé puissant rapporteur, mais plus encore par le fait que l'auteur, contrairement à la plupart de ses compagnons d'infortune, après en 1918 pour le printemps intervint toujours abstenu ensuite arracher le vécu comme combat de sens tout sens
Seine Herkunft aus dem Grenzland Elsaß, in dem der Haß auf den preußischen Militarismus gerade noch durch die Zabern-Affäre 1913 neue Nahrung erhalten hatte, machte Dominik Richert immun gegen den Hurrapatriotismus, wie er besonders bei Ausbruch des Krieges Anfang August 1914 grassierte. Den Begeisterungstaumel seiner Kameraden aus dem 112. badischen Infanterieregiment, das in der Garnisonstadt Mühlhausen stationiert war, kommentiert er mit dürren Worten: „Mir war es absolut nicht ums Singen, denn sofort dachte ich, daß man im Kriege nichts so gut wie totgeschossen werden kann. Das war eine äußerst unangenehme Aussicht.“ Son origine de la région frontalière de l'Alsace, dans la haine venait de recevoir sur le militarisme prussien par la Saverne Affair 1913 nouveaux aliments, Dominik Richert fait à l'abri de l'jingoïsme comme endémique surtout quand la guerre au début de 1914e Août Le scandale de ses camarades du 112e Baden régiment d'infanterie, qui était stationné dans la ville de garnison de Mulhouse, at-il commenté sans ambages: «Pour moi, il n'a pas été tout à fait tué le chant, parce qu'immédiatement je pensais que rien ne peut être aussi bon que abattu dans la guerre , Ce fut une perspective extrêmement désagréable. "
 
Dieses Wissen begleitete den unfreiwilligen Angehörigen einer ungeliebten Armee während des ganzen Krieges, der ihn zunächst in die Grenzkämpfe im Elsaß, danach, im Herbst 1914, an die im Stellungskrieg erstarrende Front in Flandern führte. Seit Januar 1915 nahm er an den Kämpfen in den Karpaten teil, seit Anfang 1916 lag er mit einer Maschinengewehr-Kompanie an der nordrussischen Front. Nach dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk im März 1918 wurde er mit seiner Einheit wieder an die Westfront verlegt, um hier die Kräfte für die letzte große Offensive des deutschen Heeres zu verstärken. Von zwei kurzen Urlauben und einem mehrmonatigen Lazarettaufenthalt abgesehen, war Dominik Richert also ununterbrochen „im Einsatz“. Über vier Jahre erfuhr er am eigenen Leibe, was es bedeutet, „nicht leben zu können, wie es einem Menschen zusteht“ – so seine fortwährende Klage, die wie ein Leitmotiv diese Kriegserinnerungen durchzieht. Cette connaissance a accompagné les membres involontaires d'une armée impopulaire pendant toute la guerre, le premier, puis, à l'automne de 1914, l'a conduit à des batailles frontalières en Alsace, sur la solidification en front de la guerre des tranchées en Flandre. Depuis Janvier 1915, il a pris part aux combats dans les Carpates, depuis le début de 1916, il était avec une compagnie de mitrailleuse dans le front nord russe. Après le traité de Brest-Litovsk Mars 1918, il a été transféré avec son unité vers le front occidental pour renforcer les forces pour la dernière grande offensive de l'armée allemande ici. De deux courtes vacances et passent plusieurs mois l'hôpital restent dehors, Dominik Richert était donc en permanence "en utilisation". Pendant quatre ans, il a appris de première main ce que cela signifie, «ne pas être en mesure de vivre, comme il sied à un homme" – de sorte que son action continue, comme un leitmotiv parcourt ces souvenirs de guerre.
In einer nüchternen, dennoch bild- und ausdrucksstarken Sprache schildert der Autor die Leiden und Strapazen der Soldaten im Ersten Weltkrieg, das Maulwurfsleben im Schützengraben, die Demütigungen und Schikanen durch Vorgesetzte, den unerbittlichen Wechsel von Angriff und Erholung, der den Rhythmus des Stellungskrieges diktierte, den ständigen Hunger, den massenhaften sinnlosen Kriegstod. Die großen Worte von „Kampfesmut“ und „Heldentod“ werden in diesem Buch als das kenntlich gemacht, was sie waren (und sind): hochtönende Phrasen, die spätestens durch die mörderische Wirklichkeit der Materialschlachten als solche entlarvt wurden. „Mut, Heldentum, ob es das wohl gibt? Ich will es wohl bezweifeln, denn im Feuer sah ich nichts als Angst, Bangen und Verzweiflung in jedem Gesicht geschrieben. Von-Mut, Tapferkeit und dergleichen überhaupt nichts; in Wirklichkeit ist’s doch nur die furchtbare Disziplin, der Zwang, der den Soldaten vorwärts und in den Tod treibt.“ Dans un décor sobre, mais l'image et le langage expressif, l'auteur décrit les souffrances et les difficultés des soldats dans la Première Guerre mondiale, la vie taupe dans les tranchées, l'humiliation et le harcèlement par des supérieurs, l'échange incessant d'attaque et de récupération, dicter le rythme de la guerre des tranchées, la faim constante, la Kriegstod masse insensée. Les grands mots de «l'esprit de combat» et «héros» à faire dans ce livre que le nombre indiqué ce qu'ils étaient (et sont): des phrases qui ont été démasqués plus tard par la réalité meurtrière du matériau que de telles batailles de grande résonance. "Courage, héroïsme, qu'il y ait le bien? Je vais probablement être mise en doute, parce que dans le feu, je ne voyais rien écrit sur tous les visages que la peur, l'anxiété et le désespoir. Of Courage, courage et comme rien; dans la réalité, mais seulement la terrible discipline de contrainte qui pousse les soldats vers l'avant, et à la mort. "

Als Angehöriger einer Minderheit, die militärisch als besonders unzuverlässig galt und daher auch manchen Diskriminierungen ausgesetzt war, empfand Dominik Richert den Zwangscharakter der preußisch-deutschen Militärmaschine sicher stärker als zum Beispiel Kriegsfreiwillige, die im Bewußtsein in den Krieg zogen, das Vaterland verteidigen zu müssen. Doch auch bei diesen war, wie den Erinnerungen zu entnehmen ist, die Kriegsbegeisterung spätestens mit dem ersten Angriffsbefehl verraucht. „Mit einem Schlage war alles Lachen, aller Humor wie weggeblasen. Alle Gesichter hatten denselben ernsten, gespannten Ausdruck… Ich glaube nicht, daß einer an das Vaterland oder sonstigen patriotischen Schwindel dachte. Die Sorge um das eigene Leben drängte alles andere in den Hintergrund.“

En tant que membre d'une minorité qui était militairement particulièrement fiable et a donc été exposé à une certaine discrimination, Dominik Richert a trouvé la nature coercitive de la machine militaire prussien-allemand en toute sécurité plus forte que, par exemple, les volontaires de guerre qui sont allés à la guerre dans la conscience d'avoir à défendre la patrie. Mais même avec ce fut, comme il ressort des mémoires, la fièvre de guerre calmée au plus tard le premier ordre d'attaque. "Tout d'un coup tout l'humour était le rire disparu. Leurs visages avaient le même sérieux, expression tendue … Je ne pense pas une pensée de la patrie ou autre vertige patriotique. Préoccupation pour son propre vie a poussé tout le reste dans l'arrière-plan ".
Bereits im Oktober 1914 – so berichtet der Erzähler – trieben Offiziere die Soldaten, die sich weigerten, erneut sinnlos gegen die englischen MG-Stellungen anzurennen, mit gezückten Pistolen aus den Gräben. Die vielbeschworene „Frontgemeinschaft“ entpuppt sich als ein Mythos – allerdings als ein sehr wirkungsvoller, durch den die Legende vom Dolchstoß der Heimat in den Rücken der kämpfenden Truppe nach 1918 überhaupt erst Glaubwürdigkeit erlangen konnte. Déjà en Octobre 1914 – que les rapports de narrateur – officiers exagérés les soldats qui ont refusé de re inutile de courir contre la machine-gun anglais, avec des pistolets tirées des tranchées. La "Communauté Front" tant vanté se révèle être un mythe – mais comme un très efficace, par la légende du coup de poignard dans le dos de la maison à l'arrière des troupes de combat en 1918, en premier lieu pourrait gagner en crédibilité.
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Immer wieder überrascht bei Lektüre dieser Erinnerungen, wie gegenwärtig die Kriegsereignisse dem Verfasser auch nach einigen Jahren noch waren. Sie müssen sich wie ein Film seinem Gedächtnis eingeprägt haben. Und genauso wie er die Bilder von Tod und Zerstörung in sich aufgenommen hat, werden sie wiedergegeben – mit vor Entsetzen geweiteten Augen: „Die Toten waren zum Teil entsetzlich anzusehen, teils lagen sie auf dem Gesicht, teils auf dem Rücken. Blut, verkrallte Hände, verglaste Augen, verzerrte Gesichter. Viele hielten die Gewehre krampfhaft in der Hand, andere hatten die Hände voll Erde oder Gras, das sie im Todeskampf ausgerissen hatten.“ Encore et encore surpris à la lecture de ces mémoires, comme les événements actuels de guerre l'auteur même après plusieurs années étaient. Vous devez aimer un film ont imprimé sa mémoire. Et tout comme il a enregistré les images de la mort et la destruction en elle-même, ils sont joués – avec de larges yeux en horreur: "Les morts étaient parfois terrible de voir, en partie ils pondent sur le visage, parfois sur le dos. Le sang, les mains griffues, les yeux vitreux, déformés visages. Beaucoup pensaient que les canons convulsivement dans sa main, d'autres avaient les mains pleines de terre ou l'herbe qu'elle avait arraché à l'agonie. "
Oder: „Neben einem Weidengebüsch sah ich einen toten Franzosen, der bereits in Verwesung übergegangen war. Die Stirne, welche von einem Granatsplitter aufgerissen war, schaute zum Wasser heraus und war mit Maden und Würmern bedeckt.“ – „Etwas rechts vor meiner Schießscharte lag ein deutscher Soldat auf dem Gesicht, den Kopf gegen mich. Der Helm war ihm beim Sturze vom Kopf gefallen, die Haut mit den Haaren war infolge der Fäulnis herabgerutscht, und die vom Regen und von der Sonne gebleichte Hirnschale war in der Größe einer Hand sichtbar. In der einen Hand hielt er noch das rostige Gewehr mit dem Bajonett, das Fleisch war bereits von den Fingern weggefault, und die Knöchel sahen hervor. Besonders des Nachts war es ganz unheimlich, den weißen Schädel vor mir zu sehen.“ Ou: «En plus d'un saule buissons je vis un Français mort, qui avait déjà tourné dans la corruption. Le front, qui a été déchiré par des éclats d'obus, donnait sur l'eau et a été couvert d'asticots et des vers. "-" Quelque chose juste avant mon échappatoire était un soldat allemand sur le visage, la tête contre moi. Le casque était tombé à la chute de la tête, la peau avec les cheveux avait glissé à cause de la pourriture, et la pluie et blanchie par le soleil cranium a été visible dans la taille d'une main. Dans une main, il tenait encore le fusil rouillé à la baïonnette, la viande était déjà pourri loin des doigts et des chevilles piaulé. Surtout la nuit, il était tout à fait effrayant de voir le crâne blanc devant moi ".
Die Nahsicht auf furchtbar verstümmelte Verwundete und Tote, auf Skelette in Drahtverhauen und im Schlamm der Schützengräben versinkende Leichen erinnert an Photographien, wie sie etwa Ernst Friedrich in dem von ihm herausgegebenen Band „Krieg dem Kriege“ (1924) gesammelt hat. Dabei ging es Dominik Richert allerdings nicht nur darum, den Krieg zu entheroisieren, sein wahres Gesicht hinter aller vernebelnden patriotischen Phraseologie zu enthüllen, sondern zugleich um eine psychische Verarbeitung der eigenen Kriegserlebnisse. Manches spricht für die Annahme, daß er sich von den bedrängend nahen, ihn peinigenden Erinnerungen zu befreien suchte, indem er sich zwang, sie möglichst detailgetreu und ungeschönt niederzuschreiben. La vision de près couler sur terriblement mutilé morts et de blessés, sur des squelettes en fil de fer barbelé et dans la boue des tranchées qui rappellent les corps de photographies que sur Ernst Friedrich a recueilli "la guerre de la guerre» (1924) où il a édité la bande. Il est allé Dominik Richert mais pas seulement entheroisieren la guerre de révéler son vrai visage derrière tout phraséologie patriotique nébulisation, mais aussi un traitement mental de leurs propres expériences de guerre. Certaines des raisons de croire qu'il cherchait à se libérer de l'oppression près de lui tourmenter souvenirs en se forçant à les écrire autant de détails que possible et sans fioritures.
 
Wahrscheinlich konnte der Autor seine Kriegserinnerungen nur so verarbeiten, weil er selbst im Kriege seine humane Orientierung nicht verloren hatte. Inmitten der allgemeinen Verrohung und Brutalisierung, die das Leben unter den Bedingungen des Schützengrabens mit sich brachte, bewahrte er sich auf eine einfache Art seine Menschlichkeit. So half er verwundeten Franzosen, rettete wehrlose Gefangene vor Erschießung durch Kameraden, denen schon nach wenigen Wochen Krieg jede Tötungshemmung abhanden gekommen war. Die Soldaten der Gegenseite waren für Dominik Richert keine Feinde, die man vernichten mußte, sondern „arme Menschen“, „bedauernswerte Familienväter“. Nicht ihnen galt sein Haß, sondern den hohen Offizieren, die offensichtlich Spaß am blutigen Geschäft fanden, von Entbehrungen und Opfern redeten und selbst wohlgenährt in der sicheren Etappe, weitab von der Front, saßen. Probablement l'auteur pourrait traiter ses souvenirs de guerre seulement parce qu'il avait lui-même pas perdu son orientation humaine dans la guerre. Au milieu de la brutalité généralisée et brutalisation qui a la vie dans les conditions des tranchées avec eux, il a conservé de manière simple son de l'humanité. Donc, il a aidé les blessés prisonniers sans défense Rescued français avant de tirer par des camarades, qui, après quelques semaines de guerre toute inhibition de tuer avait été perdu. Les soldats étaient sur le côté opposé Dominik Richert pas d'ennemis qui devaient détruire, mais, "les hommes de la famille malheureux" "pauvres". Pas eux était sa haine, mais les officiers supérieurs qui étaient évidemment amusant sur l'entreprise sanglante, a parlé des difficultés et des sacrifices et même bien nourris à l'étape sécurisée, loin du front, assis.
Dominik Richert wollte nicht töten, aber auch nicht getötet werden – im Krieg ein kaum auflösbares Dilemma. Nicht ohne eine Spur Schwejkscher Verschmitztheit schildert er die Strategien, mit denen er seine Überlebenschancen zu verbessern suchte, etwa indem er sich bei einem Angriff in die Büsche schlug oder sich scheinbar unabsichtlich für ein paar Tage von der Truppe entfernte. Dennoch geriet er immer wieder in lebensbedrohliche Situationen – einmal durchschlägt ein Granatsplitter seinen Gewehrkolben, ein anderes Mal streift eine Kugel den Stahlhelm. Bereits im November 1914, nach dem furchtbaren Stellungskrieg in Flandern, ist seine Kompanie auf ganze 24 Mann zusammengeschmolzen; im März 1918 bleiben von den Angehörigen seiner Minenwerferkompanie noch vier übrig. „Ich glaubte, auch mein letztes Stündlein habe geschlagen“, lesen wir immer wieder in diesem Bericht eines Überlebenden, der mehrfach wie durch ein Wunder dem Tod entrann. Dominik Richert ne voulait pas tuer, mais ne sont pas tués – dans la guerre un dilemme peine résoluble. Non sans l'espièglerie d'une trace, il décrit les stratégies avec lesquelles il cherche à améliorer ses chances de survie, comme il est touché dans une attaque dans les buissons ou apparemment enlevé par inadvertance pendant quelques jours par les troupes. Néanmoins, il est tombé encore et encore dans des situations de la vie en danger – même en proposant un shrapnel la crosse de son fusil, une autre fois un ballon touche son casque. Déjà En Novembre 1914, après la terrible guerre des tranchées en Flandre, son entreprise a été réduit à 24 tout l'homme; Séjour en Mars 1918 par les membres de sa compagnie de mortier encore quatre gauche. «Je pensais que ma dernière heure avait sonné," nous lisons encore et encore dans ce rapport d'un survivant qui a échappé à multiplier miraculeusement la mort.

Im Juli 1918 entschloß sich Dominik Richert, endlich wahr zu machen, womit er schon kurz nach Kriegsausbruch geliebäugelt hatte: Er lief zu den Franzosen über – einer der Soldaten, die im Kriege „Fahnenflucht“ begingen, in den Augen der preußisch-deutschen Militärjustiz ein besonders verabscheuungswürdiges Verbrechen. Bis heute werden Deserteure in weiten Kreisen der Öffentlichkeit als Feiglinge und Drückeberger betrachtet. Aber vielleicht sollten wir uns angewöhnen, sie endlich mit anderen Augen zu sehen. Mit seinen ganz und gar unheroischen Kriegserinnerungen hat Dominik Richert nicht nur sich selbst, sondern auch den vielen anderen namenlosen deutschen Deserteuren ein Denkmal gesetzt.

En Juillet 1918, décidé Dominik Richert pour faire venir vrai, ce qu'il avait déjà flirté peu après le déclenchement de la guerre: Il courut à la française sur – l'un des soldats, la «désertion» commis pendant la guerre, aux yeux de la justice militaire prussienne-allemand crimes particulièrement odieux. À ce jour, les déserteurs sont largement considérés par le public comme des lâches et des embusqués. Mais peut-être que nous devrions nous habituer à voir enfin avec des yeux différents. Avec ses souvenirs de guerre tout à fait Dominik non héroïques Richert n'a pas seulement eux-mêmes, mais aussi les nombreux autres déserteurs allemands anonymes un monument.