Cinéma. Oscars 2023 : “À l’ouest rien de nouveau”, ce film de guerre que les Allemands n’aiment pas.
Kino. Oscars 2023: "Im Westen nichts Neues", der Kriegsfilm, den die Deutschen nicht mögen
"Im Westen nichts Neues" war das Lieblingsbuch von DOMINIK RICHERT

Kein Buch ist so gut, dass man daraus nicht einen schlechten Film machen könnte", schrieb dieüddeutsche Zeitung im September letzten Jahres, als Im Westen nichts Neues in die Kinos auf der anderen Seite des Rheins kam, einen Monat bevor Netflix den Film online stellte. Der Film unter der Regie des Deutschen Edward Berger ist die bislang dritte Verfilmung des berühmten gleichnamigen Romans von Erich Maria Remarque, der 1929 erschienen war. Der Schriftsteller hatte sich von seinen Erfahrungen an der Front im Jahr 1917 inspirieren lassen, um die Absurdität und den Wahnsinn des Krieges anzuprangern.

Es gibt keine Antikriegsfilme. Es gibt nur Kriegsfilme, die ihr Thema großartig behandeln, und andere, die daran vorbeilaufen", kommentierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Und damit niemand missversteht, in welche Kategorie der Netflix-Film gehört, fügt die Frankfurter Tageszeitung gleich hinzu: "Die großen Regisseure der Filmgeschichte, von John Ford bis Spielberg und Malick über Kubrick haben dem Kriegsfilm ihren Stempel aufgedrückt. Im Vergleich dazu ist Bergers Adaption von Remarque kaum mehr als eine Fußnote".

Ein fast wundersamer Verlauf

Einige Monate später ist A l'ouest rien de nouveau (Im Westen nichts Neues) auf dem besten Weg, ein seltsames Kunststück zu vollbringen. Heute Abend werden in Los Angeles die Oscars verliehen, und der Film ist in neun Kategorien nominiert. Das hat es für einen deutschen Film noch nie gegeben. Den Rekord für Oscar-Nominierungen hielt bis dahin Wolfgang Petersen, der 1983 für seinen Kriegsfilm Das Boot sechs Mal nominiert wurde. Und noch nie war ein Regisseur aus dem Land Goethes in der Königskategorie, dem besten Film, nominiert worden.

"In der fünfundneunzigjährigen Geschichte der Oscars sind neun Nominierungen für einen deutschen Film ein außergewöhnliches Ereignis", kommentierte Die Welt,  einer Berliner Tageszeitung. Er räumt ein, dass Edward Bergers Adaption alles andere als ein Favorit auf den Oscar für den besten Film ist: Gegen ihn werden antreten Avatar : la voie de l’eau, Les Banshees d’Inisherin, Sans filtre, 

Everything Everywhere All at Once, The Fabelmans, ou encore Tàr, pour n’en citer que quelques-uns.

Mais le parcours d’À l’ouest rien de nouveau n’en est pas moins étonnant, pour Die Welt. “C’est un film ‘allemand’ de bout en bout, on y parle essentiellement allemand (et un peu français), c’est un sujet allemand plus que classique (la Première Guerre mondiale vue par des jeunes recrues allemandes) et, du réalisateur à la distribution, ce sont des talents allemands qui donnent le ton”, insiste-t-il.

Des personnages allemands qui parlent allemand

Les deux premières adaptations d’À l’ouest rien de nouveau avaient été tournées en anglais, par des réalisateurs américains : Lewis Milestone en 1930 (une version censurée outre-Rhin sous la pression des associations d’anciens combattants et des formations d’extrême droite) et Delbert Mann en 1979. Il aura donc fallu attendre “près de cent ans” après la parution du roman pour qu’il soit enfin adapté “dans le pays de son auteur”,

relève Die Tageszeitung,  einer anderen Berliner Tageszeitung.

Die deutsche Herkunft des neuen Films hat zweifellos zu seinem Erfolg im Vereinigten Königreich und in den USA beigetragen. "Tatsächlich folgt die Netflix-Produktion mit ihrem konsequenten Rückgriff auf deutsche Schauspieler-Untertitel dem Trend des modernen Kinos, den Krieg realistischer darzustellen", The Times 

im Februar, nur wenige Tage nach dem Triumph des Spielfilms bei den Bafta, dem britischen Pendant zu den Césars (er wurde 14 Mal nominiert und erhielt sieben Auszeichnungen, darunter für den besten Film und die beste Regie).

    "Vorbei sind die Zeiten, in denen deutsche Soldaten von britischen Schauspielern verkörpert wurden, die in makellosem Englisch sprachen."

Freiheiten mit Remarques Roman

Die neue Adaption wurde daher vielleicht zu schmerzhaft deutsch, um jenseits des Rheins vor einem Publikum zu begeistern, das ohnehin die Angewohnheit hat, lokale Produktionen zu meiden, vermutet die Wochenzeitung Der Spiegel.Der Regisseur Edward Berger behauptet, dass seine Version auch aus einem Gefühl der Scham heraus entstanden ist, der Scham, dass sein Land für zwei Weltkriege verantwortlich war. Ein Film also, der sich unter der Last der deutschen Geschichte beugt. Der nicht zur Identifikation, sondern zur Diskussion einlädt".

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung,

ans un autre article, préfère apporter un autre élément d’explication : si le film est tant décrié en Allemagne, c’est “peut-être parce qu’ici il reste encore beaucoup de lecteurs de la version d’Erich Maria Remarque”. Car ce sont surtout les libertés qu’Edward Berger a prises avec le roman original qui chiffonnent. “En gros, près de huit scènes sur dix n’ont que peu ou rien à voir du tout avec le livre”, évalue la Süddeutsche Zeitung.

“Si les protagonistes du film ne portaient pas les mêmes noms que dans le roman, il serait difficile de trouver des parallèles dignes de ce nom entre les deux œuvres.”

Le poids du contexte ukrainien

Mais dans un tel contexte, “comment ce film a-t-il pu connaître un tel succès ?” interroge Der Spiegel. Comment un film allemand aussi décrié dans son pays d’origine peut-il être en lice dans plusieurs catégories aux Oscars ? Le magazine de Hambourg identifie au moins deux facteurs. Tout d’abord, Netflix et “l’importance croissante des services de streaming,

die die Gewohnheiten eines mittlerweile weltweiten Publikums nachhaltig verändern und deren Einfluss auch bei den Oscars spürbar ist", auf der Liste der Nominierten.

Zweitens: der Krieg in der Ukraine.
Die
 Wenn die russische Armee, wie es die Nachrichten nahelegen, tatsächlich schlecht vorbereitete Rekruten auf die Schlachtfelder der Ukraine schickt, dann verhält sie sich wie die deutsche Armee im Ersten Weltkrieg", betont die Wochenzeitung. "Auch wenn man die Handlungen, die sich auf dem Bildschirm abspielen, in der Vergangenheit ansiedeln will, sind sie dennoch ein unbarmherziges Spiegelbild der Gegenwart. Selbst für diejenigen, die über die Gewinner der Oscars entscheiden."

courrierinternational.com